Konzept

Die Konzeption der Offenen Jugendarbeit in und für Werne orientiert sich an acht Kerngedanken, aus denen die Angebote personell, inhaltlich und strukturell erwachsen. Um auf die sich ändernden Bedarfe und Anforderungen angemessen zu reagieren zu können, ist ein wichtiger Grundstein die offene Ausrichtung der Jugendarbeit auf allen Ebenen, d.h.: offen für alle Nutzergruppen, offen für Mitwirkung, Vernetzung, Anliegen des Sozialraumes, sowie offen für Gender- und Migrationsthematiken, für wissenschaftliche Ergebnisse und für die Überprüfbarkeit der Arbeit.

1. Sozialraumorientierung unter der Berücksichtigung der Aspekte Kooperation und Vernetzung

Die Mitarbeiter der Offenen Jugendarbeit arbeiten für die Menschen in der Stadt Werne. Sie bieten möglichst zeitnah Konzepte für die sich ändernde Bedarfe der Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Dabei vernetzen und kooperieren sie sich mit Personen und Institutionen, die helfen sollen, an wichtige Informationen und Ressourcen zu kommen. Kontakte zu Schulen, sozialen Einrichtungen, Behörden und Institutionen müssen aufgebaut und gepflegt werden, um spezielle Problemlagen des Gemeinwesens und der darin agierenden jungen Menschen zu erkennen und angemessen zu intervenieren. Ein weiterer wichtiger Kerngedanke ist die Einbindung in bestehende soziale Netzwerke, um - durch ein tragfähiges Geflecht von guten Beziehungen zu Personen in verschiedenen  Institutionen - individuell ein personenbezogenes Hilfesystem zu gewährleisten.

2. Zielgruppen

Zielgruppe sind gleichermaßen Mädchen und Jungen ab der 5. Klasse, sowie junge Erwachsene bis zu einem Alter von 27 Jahren. Weiterhin werden jüngere Altersgruppen mit speziellen Angeboten (z.B. Kindergruppen) angesprochen. Neben den offenen Angeboten werden Schüler/Innen aller Schulformen mit bedarfsorientierten Projekten erreicht.
Wir arbeiten geschlechtsspezifisch und cliquenorientiert, da unsere Zielgruppe in unterschiedliche Kleingruppen gegliedert ist. Wir bieten Gruppenarbeit, Projektarbeit und Einzelarbeit unter dem Aspekt der Interkulturalität.

3. Angebotsstruktur und Methodik

Grundstein hierfür sind die Rahmenbedingungen und die inhaltliche Ausgestaltung, die sich an den Bedürfnissen der Zielgruppen orientieren. Sie machen Offene Jugendarbeit  beschreibbar und bestimmen Kriterien, nach denen sie orientiert und reflektiert werden kann.
Aufgabe der Mitarbeiter ist es, die Angebote und Methoden der Offenen Jugendarbeit (z.B. offener Treff,  Einzel-,Gruppen-, und geschlechtsspezifische Arbeit, Cliquenarbeit,
 kulturelle Angebote, Aktionstage) auf den Bedarf der unterschiedlichen Alters- und Interessengruppen abzustimmen. Die offene Struktur der meisten Angebote ist nicht gleichzusetzen mit Unverbindlichkeit, sondern bedeutet in erster Linie, dass jeder Jugendliche das seinen individuellen Bedürfnissen entsprechende Angebot wahrnehmen kann.

4. Partizipation

Jugendliche haben ein Recht auf Mitsprache und Beteiligung – ein wesentlicher Schritt zur  Identifikations- und Rollenfindung der Jugendlichen. Die Besucher sollen immer wieder aufs Neue animiert werden, sich bei der Mitgestaltung des Programmes zu beteiligen,  so  dass sie die positiven Auswirkungen von Partizipation selbst erfahren und dadurch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Die Angebote

  • Sind am Willen der Jugendlichen orientiert
  • Sind auf die Bedürfnisse der Jugendlichen vor Ort zugeschnitten
  • Fördern Beteiligung
  • Müssen gut zugängig sein
  • Haben ressourcenorientierten Charakter
  • Sind koordiniert

5. Flexibilität und Verlässlichkeit

Offene Jugendarbeit muss in der Lage sein, sich auf verändernde Bedarfe, Interessen und Bedürfnislagen von Jugendlichen flexibel, zeitnah und unbürokratisch zu reagieren. Bedingt dadurch sowie auf Grund der Vielfalt der Leistungen und Angebote in beiden Jugendzentren in Werne befindet sie sich in einem stetigen Entwicklungsprozess.
Von den Mitarbeitern beider Häuser wird Flexibilität gefordert. Die individuellen Angebote müssen durch das Team auf die jeweilige Klientel abgestimmt werden, um eine kontinuierliche Beziehungsarbeit aufbauen zu können.
Zur Flexibilität gehört, dass Angebote fortwährend kritisch reflektiert und bei Bedarf durch andere ersetzt werden. Das erfordert Angebotsvielfalt und Bedarfsdeckung. Damit geht eine flexible Handhabung, im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten, der Arbeitszeiten einher. Durch ein flexibles Personalkonzept wird Kontinuität und Qualität gewährleistet.
Aus Sicht der Jugendlichen ist Flexibilität auf die Öffnungszeiten und Angebote bezogen. Diese sollten interessenorientiert und aktuellen Entwicklungen angepasst sein.
Im Rahmen der Möglichkeiten soll Offene Jugendarbeit flexibel gestaltbar sein und spontan reagieren.

6. Transparenz

Hierbei wird zwischen Transparenz nach innen und nach außen unterschieden.
Transparenz nach innen bedeutet, Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit verbindlicher Prozesse für die Mitarbeiter. Dazu gehören unter anderem Teamabsprachen, Kenntnisse über Angebote und Struktur, Klarheit in der Entscheidungsfindung sowie formelle und informelle Regeln und Zuständigkeiten.
Transparenz nach außen bedeutet Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit für die Öffentlichkeit, insbesondere für das Klientel und Kooperationspartner. Außenwirkung über das pädagogische Konzept, Angebote, Räumlichkeiten und Ansprechpartner werde durch Öffentlichkeitsarbeit (Pressearbeit, Flyer und Plakate,...) gewährleistet.
Durch eine größere Transparenz kann eine höhere Akzeptanz in der Öffentlichkeit erwirkt werden.

7. Qualifizierung von Mitarbeitern

Durch die Qualifizierung von Mitarbeitern wird das Bereitstellen von vielfältigen und umfangreichen Angeboten ermöglicht. Zudem ist es ein Instrument zur Steigerung der nachweisbaren Qualität.
Die Fachkräfte der Offenen Jugendarbeit sollen sich in differenzierten Bereichen fortbilden, so dass Gruppenarbeiten und Projekte zu verschiedenen Themen ermöglicht werden können. Dabei können die differenzierten Fähigkeiten durch Kooperationen ausgetauscht werden.
Zusätzlich erkundigen sich die MitarbeiterInnen nach Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Fachöffentlichkeit und orientieren sich an Trends und Entwicklungen. Die gewonnen Erkenntnisse werden an die anderen MitarbeiterInnen der Einrichtung zur Verfügung gestellt.

8. Evaluation

Ständige und fortlaufende Evaluation des täglichen Handelns und spezieller Angebote in der Offenen Jugendarbeit soll und muss fester Bestandteil der Arbeit sein. Sie ermöglicht gleichsam den Mitarbeitern, als auch der Öffentlichkeit, leicht nachvollziehbare Voraussetzungen und Ergebnisse der geleisteten Arbeit.
Sie ist durch verschiedene Methoden in allen Bereichen der Offenen Jugendarbeit einsetzbar:

  • Besucherliste im offenen Bereich
  • zweiwöchentliche Teamberatung
  • wöchentliche Teamsitzung
  • Jugendrat/Vollversammlungen

Die durch die Evaluation erhobenen Ergebnisse sind maßgebliche Grundlage für den fortlaufenden Entwicklungsprozess der Offenen Jugendarbeit in Werne. Anhand der gewonnen Daten ist es zudem möglich, kurzfristig Bedarfe zu erkennen und angemessen auf diese zu reagieren.