Schulgründung 2021/22

Vision

Die Jugendhilfe Werne plant zum Schuljahr 2021/22 an zwei Standorten – in Werne und einem Ort im Südkreis Coesfeld – jeweils eine Förderschule mit den beiden Schwerpunkten “Lernen” und “Emotionale und soziale Entwicklung” für die Primar- und Sekundarstufe zu gründen. 

  • Kinder unserer Einrichtung & andere Kinder optimal einbeziehen
  • Lernmotivation jedes Einzelnen anregen & mit individuellen Lernplänen fördern
  • Ideenspektrum: von der Zwergschule, über Förderschule bis hin zu E-Learningplätze oder etwas ganz Neuem

 


Zurzeit (Ende November 2019) suchen wir nach den benötigten Ressourcen (Lehrkräfte, Gebäude) und arbeiten an der Entwicklung des Konzeptes und der Klärung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bei der Konzepterstellung sollen die Interessenten für eine Lehrtätigkeit an der Schule und andere Fachleute frühzeitig eingebunden werden. Aktuell ist eine Stellenausschreibung für das Lehrpersonal erfolgt und erste Gespräche mit den Kommunen, der Bezirksregierung und anderen Stellen, die in einem solchen Prozess unterstützen und beraten, haben stattgefunden.

 

Hintergrund

Hintergrund für die Planungen der Jugendhilfe Werne sind verschiedene Problemlagen bezüglich der Beschulung von Kindern und Jugendlichen. Zum einen erleben wir als Heimeinrichtung, dass vermehrt akut Kinder und Jugendliche in den Wohngruppen untergebracht werden, die keinerlei Schulförderung erlebt haben und die auf Grund ihrer biografischen Erlebnisse aktuell wenig bis kaum aufnahmefähig für schulische Inhalte sind. Diese Kinder sind jedoch schulpflichtig. Im Schulalltag stellen sie häufig Herausforderungen sowohl für Lehrer als auch für Mitschüler da, die zur Folge haben, dass der Unterricht und das gemeinsame Lernen weder den Schülern mit solchem herausfordernden Verhalten noch den Anderen gerecht werden.


Zum anderen hat die Veränderung der Förderschullandschaft im Zuge der Inklusion zu einer Verringerung der Förderschulstandorte geführt und es gibt meistens für einen größeren Umkreis eine zentrale Schule. Dies führt zum Teil zu längeren Bus- oder Taxifahrten, die laut wissenschaftlichen Untersuchungen unabhängig von der Schulform negative Auswirkungen auf SchülerInnen haben. Rechnet man nun hinzu, dass es sich um Kinder und Jugendliche handelt, die mit ihren Emotionen schwer zurechtkommen und dem Angebot Schule nicht unbedingt positiv gegenüberstehen, kann man davon ausgehen, dass diese Busfahrten dem persönlichen Wohlbefinden des einzelnen Schülers sowie letztlich auch seiner Bildungslaufbahn abträglich sind. Zudem verlieren diese Kinder den Kontakt zu ihrem sozialen Umfeld und umgekehrt verlieren Eltern aufgrund der Entfernungen nicht selten den Kontakt zur Schule.

Wir haben Respekt vor der Leistung, die die Regelschulen im Zusammenhang mit der Inklusion erbringen. Es gibt aber Kinder und Jugendliche, die eine andere Art des Unterrichts benötigen und dieser ist zurzeit schwerlich realisierbar. Die Zahlen der Jugendlichen, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, ist in den letzten Jahren weiter gestiegen, obwohl Initiativen zur Bekämpfung dieses Umstandes angekündigt waren. Wenn man berücksichtigt, dass ein Schulabschluss die Voraussetzung für eine gelingende Lebensgestaltung ist, fällt es schwer, dies zu akzeptieren. Es gibt vermehrt Kinder, die einfach durch die Größe der Schuleinrichtung oder der Gruppensituation überfordert sind; aber auch prekäre Lebenssituationen, Gewalt an Schulen, Mobbing, Leistungsdruck etc. beeinflussen das Erleben der Kinder und ihre Bereitschaft, in die Schule zu gehen und dort zu lernen.


Wir wissen, dass wir mit ihrer Planung nicht alle Problemlagen lösen kann. Aber wir wollen bezüglich der schulpflichtigen Heimkinder und einem regional funktionierenden Förderschulangebot mit einer eigenen Schule zu Lösungen beitragen und den Kindern und Jugendlichen ein adäquates Bildungsangebot machen.

Die Schule soll als Ersatzschule gegründet werden, die sich damit natürlich auch an den Curricula und Vorgaben des Landes orientieren muss und will. Vorrangiges Ziel ist es, den Kindern einen Schulabschluss zu ermöglichen.

Für Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung:

Uwe Schenk
Geschäftsführer
uschenk@jugendhilfe-werne.de

Monika Frantzmann
Bereichsleitung Offene Arbeit und Angebote an Schulen
mfrantzmann@jugendhilfe-werne.de

Jugendhilfe Werne
Fürstenhof 27  59368 Werne
02389 5270-0