Schulgründung

Die Corona-Pandemie hat die Pläne der Jugendhilfe Werne, zum Schuljahr 21/22 eine Schule gründen zu wollen, ausgebremst. Mit einer Veranstaltungsreihe geht es nun weiter in die nächste Runde, in den Austausch mit der Öffentlichkeit und den wichtigen Akteuren im Sozialraum.

Online Veranstaltungen demnächst

Leider, müssen wir unsere Veranstaltung am 24. November, “Lern-Räume gestalten" – die 6 Gestaltungsprinzipien nach Rosan Bosch" absagen. Unsere Veranstaltungsreihe geht im neuen Jahr aber weiter mit:

 

Lernen neu denken - Schule versus Schule

am 19. Januar 2022 um 15.30 Uhr

Anmeldung zur Veranstaltung »

Anmeldung: bis einschließlich 15. Januar. Den Zoom-Link erhalten Sie einige Tage vor der Veranstaltung.

 

Statt Wissen in kleinen Stücken zu vermitteln, sollten junge Menschen heute das erfahren, was wirklich zählt: Wertschätzung, Beziehung, Verantwortung, Partizipation und Sinn. Und sie sollen auch lernen, wie sie sich nötiges Wissen selbst aneignen können.

Margret Rasfeld ist Lehrerin und war 25 Jahre lang auch Schulleiterin. Sie hat die Initiative "Schulen im Aufbruch" gegründet und sagt von sich selbst:" In meiner Vision von Bildung kommt das Wort Schule nicht mehr vor." Sie tritt für eine Neuausrichtung des Bildungssystems ein. Sie möchte radikale Veränderungen bezogen auf ein Schulsystem, das noch immer auf Normierung und das Abarbeiten übervoller Stoffpläne setzt.
Wie gelingt Potenzialentfaltung, nachhaltige Bildung und Sinnhaftigkeit? Wir freuen uns sehr, mit ihr in den Austausch darüber gehen zu können und laden zu einer weiteren Fachveranstaltung  ein.

Anmeldung zur Veranstaltung »

Anmeldung: bis einschließlich 15. Januar. Den Zoom-Link erhalten Sie einige Tage vor der Veranstaltung.

 

Bei Rückfragen melden Sie sich gern bei Kornelia Krause, kkrause@jugendhilfe-werne.de, Tel. 0151 57 21 88 26.

Am vergangenen Mittwoch fand unsere erste von drei Fachveranstaltungen zum Thema Schule statt. Jamila Tressel, Bildungsaktivistin, Autorin und...

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Vision

Die Jugendhilfe Werne arbeitet weiter aktiv am Prozess der Schulgründung und hofft, zum Schuljahr 22/23 an den Start gehen zu können.

An unserer Schule sollen Kinder und Jugendliche einen Ort finden, an dem sie in ihrem Tempo zusammen mit neugierigen und engagierten Lehrer*innen und pädagogischen Fachkräften lernen, forschen, nachdenken und sich entwickeln dürfen.

Geplant ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung für 50 bis 60 Schüler*innen.

Wir wünschen uns, dass,

  • Schüler*innen und Lehrkräfte gern zur Schule gehen.
  • Lernfreude und Motivation im Mittelpunkt stehen.
  • Schüler*innen in kleinen Lerngruppen jahrgangsübergreifend orientiert an individuellen Lernplänen arbeiten.

 

Momentan konkretisieren sich in verschiedenen Projektteams (Pädagogisches Konzept/Lehrpläne und Lernmaterialien/Raumkonzept/ Öffentlichkeitsarbeit/Finanzierung ) unsere Ideen. Bildungsenthusiast*innen, die gern mitarbeiten und ihre Ideen teilen möchten, sind jederzeit herzlich willkommen.

Außerdem suchen wir noch eine Schulleitung und Sonderpädagog*innen, die sich neue Herausforderungen wünschen und Freude an einer spannenden Aufgabe haben. Bei Interesse bei Kornelia Krause melden: kkrause@jugendhilfe-werne.de 02389 527-132, 0151 57 21 88 26

Die Stellenausschreibungen finden Sie auf userer Webseite, hier »


Hintergrund

Hintergrund für die Planungen der Jugendhilfe Werne sind verschiedene Problemlagen bezüglich der Beschulung von Kindern und Jugendlichen. Zum einen erleben wir als Heimeinrichtung, dass vermehrt akut Kinder und Jugendliche in den Wohngruppen untergebracht werden, die keinerlei Schulförderung erlebt haben und die auf Grund ihrer biografischen Erlebnisse aktuell wenig bis kaum aufnahmefähig für schulische Inhalte sind. Diese Kinder sind jedoch schulpflichtig. Im Schulalltag stellen sie häufig Herausforderungen sowohl für Lehrer als auch für Mitschüler da, die zur Folge haben, dass der Unterricht und das gemeinsame Lernen weder den Schülern mit solchem herausfordernden Verhalten noch den Anderen gerecht werden.


Zum anderen hat die Veränderung der Förderschullandschaft im Zuge der Inklusion zu einer Verringerung der Förderschulstandorte geführt und es gibt meistens für einen größeren Umkreis eine zentrale Schule. Dies führt zum Teil zu längeren Bus- oder Taxifahrten, die laut wissenschaftlichen Untersuchungen unabhängig von der Schulform negative Auswirkungen auf SchülerInnen haben. Rechnet man nun hinzu, dass es sich um Kinder und Jugendliche handelt, die mit ihren Emotionen schwer zurechtkommen und dem Angebot Schule nicht unbedingt positiv gegenüberstehen, kann man davon ausgehen, dass diese Busfahrten dem persönlichen Wohlbefinden des einzelnen Schülers sowie letztlich auch seiner Bildungslaufbahn abträglich sind. Zudem verlieren diese Kinder den Kontakt zu ihrem sozialen Umfeld und umgekehrt verlieren Eltern aufgrund der Entfernungen nicht selten den Kontakt zur Schule.

Wir haben Respekt vor der Leistung, die die Regelschulen im Zusammenhang mit der Inklusion erbringen. Es gibt aber Kinder und Jugendliche, die eine andere Art des Unterrichts benötigen und dieser ist zurzeit schwerlich realisierbar. Die Zahlen der Jugendlichen, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, ist in den letzten Jahren weiter gestiegen, obwohl Initiativen zur Bekämpfung dieses Umstandes angekündigt waren. Wenn man berücksichtigt, dass ein Schulabschluss die Voraussetzung für eine gelingende Lebensgestaltung ist, fällt es schwer, dies zu akzeptieren. Es gibt vermehrt Kinder, die einfach durch die Größe der Schuleinrichtung oder der Gruppensituation überfordert sind; aber auch prekäre Lebenssituationen, Gewalt an Schulen, Mobbing, Leistungsdruck etc. beeinflussen das Erleben der Kinder und ihre Bereitschaft, in die Schule zu gehen und dort zu lernen.


Wir wissen, dass wir mit ihrer Planung nicht alle Problemlagen lösen kann. Aber wir wollen bezüglich der schulpflichtigen Heimkinder und einem regional funktionierenden Förderschulangebot mit einer eigenen Schule zu Lösungen beitragen und den Kindern und Jugendlichen ein adäquates Bildungsangebot machen.

Die Schule soll als Ersatzschule gegründet werden, die sich damit natürlich auch an den Curricula und Vorgaben des Landes orientieren muss und will. Vorrangiges Ziel ist es, den Kindern einen Schulabschluss zu ermöglichen.

Für Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung:

Monika Frantzmann
Bereichsleitung Offene Arbeit und Angebote in Schulen
mfrantzmann(at)jugendhilfe-werne.de

Kornelia Krause ,
01515 721 88 26
kkrause(at)jugendhilfe-werne.de

Jugendhilfe Werne
Fürstenhof 27  59368 Werne
02389 5270-0