Familienzentrum Offene Jugendarbeit
ÜBER UNSANGEBOTE UND DIENSTEARBEITEN BEI DER JUGENDHILFEKONTAKT

Waisenhaus St. Josef

Heinrich Overhage
Waisenhaus St. Josef

Die Geschichte der Stiftung St. Christophorus-Krankenhaus Werne – und somit die Wurzeln der Jugendhilfe – beginnt vor über 150 Jahren: Am 14. Januar 1851 weist Pfarrdechant Heinrich Overhage in einem Schreiben an die Behörden der Stadt und des Kirchspiels Werne auf die Notwendigkeit eines Krankenhauses für die Einwohner hin und stößt somit den Bau des Krankenhauses an. Schon damals beschrieb er, dass „liebevolle Pflege, Reinlichkeit, Wärme, gesunde Zimmer und Nahrung“ für Kranke und Hilfsbedürftige nicht fehlen dürften.
1858 erhielt die Krankenanstalt den Namen „St. Christophori-Hospital“. Zunächst durch Erbschaften und Spenden wohlhabenderer Bürger finanziert, stabilisierte sich 1881 die Arbeitsgrundlage durch die Einführung der Sozialgesetzgebung und der damit verbundenen Zwangsversicherung. Der gute Ruf des Krankenhauses führte zu regelmäßigen Vergrößerungen der Gebäude und mehreren Umzügen. Aus den Hilfeleistungen entstand 1912 in einem ehemaligen Krankenhausgebäude am Schüttenwall schließlich das „Waisenhaus St. Josef“. Ein Konvent der Ordensschwestern der göttlichen Vorsehung aus Münster bezog das Haus und betreute die Waisenkinder aus Werne.

Waisenhaus St. Josef

Die beiden Kriege brachten viel Not und auch viele zusätzliche Aufgaben für das Waisenhaus; insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg war die Einrichtung fast komplett auf Selbstversorgung durch Anbau von Gemüse, Tierhaltung und Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Im Laufe der Nachkriegsjahre veränderten sich die gesellschaftlichen Ansprüche und damit auch die Anforderungen an ein Waisenhaus. War es ursprünglich der Ersatz für verstorbene oder „verschwundene” Eltern, so wurde spätestens in den 60er Jahren diese Rolle heftig kritisiert und die Forderung nach familienähnlichen Betreuungsformen erhoben. Aus dem Waisenhaus wurde das „Kinderheim St. Josef“, dessen Aufgaben und Angebote sich in den folgenden Jahren immer weiter den gesellschaftlichen Anforderungen anpassten.