Geschichte

„St. Christophori-Hospital“, das erste Krankenhaus in Werne 

1858

Gründung Kindertageseinrichtung "Auf dem Berg", Werne 

1911

„Waisenhaus St. Josef“, in einem ehemaligen Krankenhausgebäude am Schüttenwall 

1912

 „Kinderheim St. Josef“,
erste einzelne Wohngruppen

 Neubau Kindergarten „St. Josef“

1960er

erste Außenwohngruppe 

1980

Kinderheim zieht um an die Ottostraße, Abriss Krankenhaus am Schüttenwall 

1982

Aufbau Bereich Westfälische Pflegefamilien 

1995

Verbreitung: Kreise Coesfeld und Warendorf. Werne: weitere sozialräumliche Projekte 

2000

OJA (Jugendzentren) & Streetwork 

2001

offener Ganztag 

2002

Schulsozialarbeit Übermittagsbetreuung 

2003

Übernahme Kindertageseinrichtung "Auf der Nath" 

2007

Eröffnung Jugendschutzstelle 

Aufbau Bereich Bereitschaftspflegefamilien 

Verbreitung
Kreisen Borken und Hamm
 

Zusammenschluss mit dem Familiennetz Werne 

Neubau und Eröffnung im „Bunten Haus“ 

2009

JZ Nordkirchen 

2010

JZ Olfen 

Übernahme Kindertageseinrichtung "Waldwichtel", Südkirchen 

2012

Offene Jugendarbeit Ascheberg 

2013

Eröffnung JZ JuWeL (vorm. Rapunzel) 

Neustart Kindertageseinrichtung "Am Familiennetz" 

2014

Eröffnung Wohngruppe "Oase" (UMF) 

2015

Eröffnung Kinderbetreuung "Löwenburg" 

Übernahme Kindertageseinrichtung "An der Appelstiege", Olfen 

Neustart Kindertageseinrichtung "Grashüpfer", Ascheberg 

2016

Gründung
St. Christophorus-Jugendhilfe gGmbH
 

Neustart Kindertageseinrichtung "An der Schule" 

2017

Eröffnung teilstationäre Gruppe "Pusteblume" 

Eröffnung Diagnostikgruppe "Leuchtturm" 

Eröffnung Kindertageseinrichtung "Hoppetosse" 

2018

Die Geschichte der Stiftung St. Christophorus-Krankenhaus Werne – und somit die Wurzeln der Jugendhilfe – beginnt vor über 150 Jahren: Am 14. Januar 1851 weist Pfarrdechant Heinrich Overhage in einem Schreiben an die Behörden der Stadt und des Kirchspiels Werne auf die Notwendigkeit eines Krankenhauses für die Einwohner hin und stößt somit den Bau des Krankenhauses an. Schon damals beschrieb er, dass „liebevolle Pflege, Reinlichkeit, Wärme, gesunde Zimmer und Nahrung“ für Kranke und Hilfsbedürftige nicht fehlen dürften. 1858 erhielt die Krankenanstalt den Namen „St. Christophori-Hospital“. Zunächst durch Erbschaften und Spenden wohlhabenderer Bürger finanziert, stabilisierte sich 1881 die Arbeitsgrundlage durch die Einführung der Sozialgesetzgebung und der damit verbundenen Zwangsversicherung. Der gute Ruf des Krankenhauses führte zu regelmäßigen Vergrößerungen der Gebäude und mehreren Umzügen. Aus den Hilfeleistungen entstand 1912 in einem ehemaligen Krankenhausgebäude am Schüttenwall schließlich das „Waisenhaus St. Josef“. Ein Konvent der Ordensschwestern der göttlichen Vorsehung aus Münster bezog das Haus und betreute die Waisenkinder aus Werne.

Die beiden Kriege brachten viel Not und auch viele zusätzliche Aufgaben für das Waisenhaus; insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg war die Einrichtung fast komplett auf Selbstversorgung durch Anbau von Gemüse, Tierhaltung und Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Im Laufe der Nachkriegsjahre veränderten sich die gesellschaftlichen Ansprüche und damit auch die Anforderungen an ein Waisenhaus. War es ursprünglich der Ersatz für verstorbene oder „verschwundene” Eltern, so wurde spätestens in den 60er Jahren diese Rolle heftig kritisiert und die Forderung nach familienähnlichen Betreuungsformen erhoben. Aus dem Waisenhaus wurde das „Kinderheim St. Josef“, dessen Aufgaben und Angebote sich in den folgenden Jahren immer weiter den gesellschaftlichen Anforderungen anpassten.

1960 wurde an das Gebäude am Schüttenwall ein Anbau errichtet, der die Unterbringung der Kinder in einzelnen Wohngruppen ermöglichte und 1980 wurde schließlich die erste „ausgelagerte“ Wohngruppe eröffnet. 1982 wurde der „Altbau” am Schüttenwall aufgegeben, die Gruppen des Kinderheims zogen in die Häuser auf dem neue Kinderheimgelände an der Ottostraße. Nach der Jahrtausendwende folgte die räumliche Ausweitung der Angebote auf die Kreise Coesfeld und Warendorf. In Werne konnten aufgrund der Kooperation mit dem Jugendamt ebenfalls weitere sozialräumliche Projekte realisiert werden, beispielsweise die streetwork oder die Übernahme der Jugendzentren und Jugendtreffs. Zudem vernetzte sich 2002 das Kinderheim mit der Wienbrede- sowie der Wiehagenschule und agiert seitdem als Träger für deren offenen Ganztag. Die Schulsozialarbeit an der Hauptschule am Windmühlenberg sowie die Übermittagsbetreuung dort und an der Konrad-Adenauer-Realschule startete 2003.

Das Kinderheim St. Josef erhielt mit diesen Tätigkeiten im Sozialraum einen neuen, gleichwertigen Tätigkeitsschwerpunkt, der zwar von der Erfahrung in der Erziehungshilfe profitieren konnte, aber keine Erziehungshilfe mehr war – eine neue Struktur war gefragt. Gemeinsam mit dem Vorstand der Stiftung St. Christophorus-Krankenhaus erarbeiteten die verantwortlichen des Kinderheims im Frühjahr 2008 ein neues Konzept. Das Ergebnis: Die Aktivitäten des Kinderheims wurden als eigener Bereich mit eigenem Direktor innerhalb der Stiftung verankert. Die Aktivitäten wurden in die Bereiche Hilfen zur Erziehung, offene Jugendarbeit und Familienzentrum mit jeweils eigenem Leitungspersonal unterteilt. Um allen diesen Entwicklungen und der Breite des Angebotes gerecht zu werden, brauchte die entstandene Struktur einen neuen Namen: Jugendhilfe Werne.

Die jüngere Geschichte unserer Einrichtung – und somit die Geschichte der „Jugendhilfe Werne“ – ist wohl besonders durch den Neubau der Zentrale am Fürstenhof 2009 geprägt. Das ehemalige Kinderheim konnte bislang ausschließlich über die Ottostraße erreicht werden und lag somit etwas „abgeschottet“. Auch der Zusammenschluss mit dem Familiennetz Werne bekräftigte unsere Idee, dieses Gelände in eine offene Anlaufstelle für Kinder und ihre Familien zu verwandeln. Eine Zufahrt über den anliegenden Fürstenhof erschien dazu ideal. Damit war der Startschuss gegeben zum Um- und Neubau eines ehemaligen Gruppenhauses des Kinderheims zur neuen Verwaltung der Jugendhilfe und dem Sitz des Familiennetz Werne samt Cafeteria und öffentlichem Spielplatz. Am 22. August 2009 konnte schließlich die Eröffnung im „Bunten Haus“ gefeiert werden.

Räumlich erweiterte die Jugendhilfe das Angebot um Wohngruppen und Jugendarbeit auch in die Kreise Borken und Hamm. Die Arbeit im Jugendzentrum Olfen wird seit 2012 von der Jugendhilfe Werne gestaltet, seit 2010 bereits die Arbeit im Jugendzentrum in Nordkirchen. Seit 2013 fällt auch die Offene Jugendarbeit Ascheberg unter die Verantwortung der Jugendhilfe Werne. Das inhaltliche Angebot der Jugendhilfe ist nach wie vor an den drei Bereichen „Hilfen zur Erziehung“, „Offene Jugendarbeit“ und „Familienzentren“ ausgerichtet. Gesellschaftliche Anforderungen und Entwicklungen bedeuten für uns, dass Angebote hinzu kommen oder verändert werden, sei es der Standort oder die inhaltliche Ausrichtung. Daneben bestehen viele Angebote überaus stabil und seit vielen Jahren.