Bereitschaftspflege

In besonders belastenden Lebenssituationen, in denen die Bedürfnisse eines Kindes von seinen leiblichen Eltern nicht mehr erfüllt werden können kann die kurz- bis mittelfristige Unterbringung in einer Bereitschaftspflegefamilie notwendig werden.

Unsere Mitarbeiter*innen schulen und betreuen Bereitschaftspflegefamilie für diese Aufgabe, so dass Schutz, Zuwendung, Pflege und Ernährung für die Kinder sichergestellt sind, bis sich die weitere Perspektive geklärt hat. Parallel zu dieser Vollzeitpflege für das Kind, wird auch die Hekunftsfamilie durch eine umfassende sozialpädagogische Krisenintervention betreut. Unsere Mitarbeiter*innen tauschen sich regelmäßig mit dem Jugendamt aus und nehmen an Hilfeplangesprächen teil.

Die zeitliche Begrenzung in einer Bereitschaftspflegefamilie hängt maßgeblich von der Ursache und des weiteren Fallgeschehens ab. Nach einer genauen Prüfung durch das Jugendamt, ob das Kind in seine Herkunftsfamilie zurückkommt oder ein andere dauerhafter Lebensmittelpunkt gesucht wird, kann sich die Unterbringung daher über einige Tage, aber auch über viele Monate erstrecken.

 

 

Wir suchen Pflegeeltern ...

Alleinstehende, Paare, Familien ...

  • die Kindern in Krisen ein kurzfristiges Zuhause geben
  • mit großen Herzen und manchmal starken Nerven
  • die Freude und Spaß am Umgang mit Kindern haben
  • mit Verständnis für unverständliche Verhaltensweisen
  • die flexibel sind und Kindern einen geregelten Tagesablauf geben

Ziel der Bereitschaftspflege ist es, in einem begrenzten Zeitraum die weitere Perspektives des Kindes zu klären, hinsichtlich:

  • Rückführung in die Herkunftsfamilie
  • Vermittlung in eine geeignete Dauerpflegestelle / Adoptivfamilie
  • Unterbringung in einer Wohngruppe

Die Familienform spielt für die Eignung als Bereitschaftspflegeeltern keine Rolle.

Wir bilden:

  • verheiratete und unverheiratete Paaren sowie Alleinstehende (mit einem ausreichenden Netzwerk),
  • schwule und lesbische Paare,
  • Paaren mit und ohne leibliche Kinder,
  • Familien mit Migrationshintergrund,
  • Und Patchworkfamilien aus.

Aufgrund der besonderen Belastungen und Anforderungen an die Bereitschaftspflegeeltern, müssen diese über eine gute pädagogische und soziale Kompetenz verfügen.

Wichtige Vorrausetzungen für die Bereitschaftspflege:

  • Genügend Zeit.
  • Verantwortungsbewusstsein und Erfahrungen mit Kindern im Alter bis 6 Jahre.
  • Erfahrungen und Durchhaltevermögen im Umgang mit zum Teil extremen Verhaltensweisen der Kinder.
  • Flexibilität, sich immer wieder auf ein neues Kind einzustellen und akut Aufnahmebereit zu sein.
  • Kurzfristige Anpassung des eigenen Familienalltags auf die neuen Erfordernisse.
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem zuständigen Berater*in, dem Jugendamt und der Herkunftsfamilie.
  • Humor und eine positive Lebenseinstellung.
  • Von Nähe und Distanz / Neuanfang und Abschied geprägte Bindungsangebote.
  • Bestehendes und funktionsfähiges innerfamiliäres Krisenmanagement.
  • Alle Familienmitglieder sollten mit der Entscheidung einverstanden sein.
  • Eigene Kinder sollten älter als 5 Jahre sein, damit sie die Pflegekinder nicht als Konkurrenz empfunden werden.
  • Alle Haushaltsangehörigen ab 18 Jahre sind verpflichtet ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis einzureichen.
  • Ausreichender Wohnraum und finanzielle Stabilität (keine Abhängigkeit vom Pflegegeld).
  • Es ist erforderlich, dass die Hauptbetreuungsperson nicht oder nur eingeschränkt berufstätig ist.
  • Die Wohnorte der Bereitschaftspflegefamilien liegen in gut erreichbarer Nähe von Werne.

Die Jugendhilfe Werne ist an der Zusammenarbeit mit neuen Bereitschaftspflegefamilien interessiert. Die Bewerber werden auf ihre Eignung geprüft und in Einzel-, Paar- und Familiengesprächen auf ihre Aufgabe intensiv vorbereitet. Die Fachberatung der Bereitschaftspflegefamilien wird durch die Mitarbeiter*innen des Teams der Beratungsstelle sichergestellt und beinhaltet neben regelmäßigen Beratungsgesprächen während der Aufnahme eines Kindes auch das Angebot von Fortbildungen.

Wir unterstützen sie durch ….

  • die finanzielle Grundversorgung für das Kind und eine Bonuszahlung für die Erziehung des Kindes (Betreuungs- und Aufwandspauschale, Beiträge zur Alterssicherung)
  • eine gründliche Vorbereitung und Qualifizierung
  • jährliche Fortbildungen zu verschiedenen Themen
  • Austauschtreffen mit anderen Bereitschaftspflegeeltern
  • unsere langjährige Erfahrung und ein starkes pädagogisches Netzwerk.

Die Berater*innen der Jugendhilfe Werne informieren, beraten und unterstützen Sie in der Vorbereitungsphase, bei der Aufnahme eines Kindes und während der gesamten Zeit der Unterbringung engmaschig und sind Ansprechpartner*innen in allen Belangen.

 

Kontakt

Petra Stephan
Bereichsleitung Bereitschaftspflegefamilien

Tel.: 02389 5270-137
pstephan(at)jugendhilfe-werne.de